Tagebuch
Ameland 2026
Tag 6 - 16.07.2026
Heute begleiten wir Vicky. Sie ist in diesem Jahr zum ersten Mal als Leiterin auf der Ferienfreizeit. Dabei ist sie eigentlich schon ein alter Hase. Sechs Jahre lang war sie selbst Teilnehmerin und kennt die Freizeit inzwischen fast in- und auswendig. In diesem Jahr trägt sie die Verantwortung für die Gruppe 4. Der Tag begann erstaunlich entspannt. Vicky hat endlich mal richtig viel geschlafen und betrat den Hof gut gelaunt und voller Energie. Lange blieb sie allerdings nicht unbemerkt, denn kaum angekommen, wurde sie schon herzlich von ihren Teilnehmerinnen begrüßt. Ein schöner Start in den Tag! Heute hatte Vicky außerdem BvD-Helferdienst und durfte beim Wecken der Kinder unterstützen. Die Musikauswahl war sehr interessant: Das ist der Hawaii Toast! Blöd nur, dass sie danach plötzlich unglaublichen Hunger bekam. Ganz so clever war die Liedauswahl dann vielleicht doch nicht. Anschließend ging es zum Frühstück. Normalerweise gehört Frühstücken nicht unbedingt zu Vickys Lieblingsbeschäftigungen, doch ihre Co-Leiterin Hanne schaffte es heute tatsächlich, sie zu inspirieren. Und siehe da, Frühstück kann manchmal doch gar nicht so schlecht sein. Wie fast schon traditionell schaffte es Gruppe 4 mal wieder, den Obstteller als Erstes leer zu räumen. Es gab sogar Kiwi! Leider war Vicky einen kleinen Moment zu spät und ging leer aus. Die Enttäuschung hielt allerdings nicht lange an, denn dank jeder Menge blöder Witze, lustiger Sprüche und guter Laune am Tisch war die Kiwi schnell vergessen. Danach stand das Gruppenprogramm an. Weil Thorben gestern Geburtstag hatte, durfte er sich das Vormittagsprogramm aussuchen. Also machte sich Vicky gemeinsam mit ihrer Gruppe auf den Weg zum Basketballkorb. Im Gepäck: ein Sprungtuch, das Werwolf-Spiel, Bettwäsche und eine randvolle Trinkflasche. Multitasking in Leiterform. Beim Werwolf hatte Vicky in der ersten Runde die Rolle des Amor. Man munkelt, sie hätte versucht, das perfekte Liebespaar zusammenzubringen. Ob daraus eine romantische Geschichte oder eher ein Drama wurde, darüber schweigt das Dorf bis heute. Nach unzähligen Werwolf-Runden, Gelächter und noch mehr Witzen war es endlich Zeit für das Mittagessen. Auf dem Speiseplan standen, wie jedes Jahr, die berühmten Ameiseneier mit Schafskötteln. Ein traditionsreiches Gericht. Zum Nachtisch gab es Quark. Und wie wir alle wissen: Quark macht stark! Die Freiphase nutzte Vicky dann ganz bewusst zum Entspannen. Schließlich brauchen auch Leiter*innen zwischendurch einmal eine kleine Pause, um neue Energie zu sammeln. Und die hatte sie danach definitiv wieder! Im Nachmittagsprogramm stand nämlich ein Besuch bei Jumbo an. Dort erfüllte sie sich ihren lang ersehnten Traum von neuen Snacks und ließ selbstverständlich viel mehr Geld dort, als ursprünglich geplant. Aber Snacks zählen schließlich nicht als unnötige Ausgaben… oder? Anschließend ging es gemeinsam mit ihren Co-Leiterinnen und den Leitern der Gruppe 5 noch in eine Kaffeerösterei. Nach Tagen voller Freizeitkaffee fühlte sich eine Tasse richtig guter Kaffee fast wie eine Belohnung an. Zum Abend kehrte die Gruppe wieder auf den Hof zurück. Beim Abendessen gab es sogar Kohlrabi. Während die meisten einen großen Bogen darum machten, griff Vicky beherzt zu. Mehr Kohlrabi für sie, ein Gewinn auf ganzer Linie. Nach einer sehr schönen Abendrunde, die liebevoll von Gruppe 2 gestaltet wurde, war der Tag schließlich vorbei. Müde, aber glücklich fiel Vicky ins Bett und bereit für alles, was der nächste Tag auf der Ferienfreizeit bereithalten würde.
Tag 5 - 15.07.2026
„Unter dem Meer, unter dem Meer“
Heute gab es gleich 3 Geburtstagskinder, die in der Morgenrunde mit einem Geburtstagslied beglückwünscht wurden. Doch was ist das?! Plötzlich trat der stolze Seegurkenkönig in unseren Kreis und erzählte uns von seinem riesigen Problem: Die magischen Cornichons, die er jahrelang für die Familien des Meeres gezüchtet hat, wurden von den beiden Haien Haike und Hainrich geklaut und vernascht. Das bestürzte den Seegurkenkönig sehr, denn die magischen Cornichons verleihen den Meeresfamilien Kraft, um der rauen See zu trotzen und auch den stärksten Stürmen standzuhalten. Schnell musste eine Lösung her! So rief also die Miese Muschel, der Diener des Königs, alle Meeresfamilien zusammen, um ihre besonderen Fähigkeiten dafür zu nutzen, um neue magische Cornichons zu züchten. Die Meeresfamilie, die die meisten magischen Cornichons sammeln könnte, sollte zum fähigsten Untertan erklärt werden. Dabei waren die Kinder nicht wie gewöhnlich in ihren Gruppen, sondern wurden bunt gemischt in die Familien der Quallen, Kraken, Lucky Lachsen, Seepferdchen, Mantarochen, Seeigel, Seesterne, Krebse, Anglerfische und der Schildkröte eingeteilt. Nach dem gemeinsamen Frühstück brachen die Meeresbewohner auf zum Strand, um dort an verschiedenen Stationen ihre Stärke und Geschicklichkeit unter Beweis zu stellen. Nach diesen sportlichen Aufgaben stärkten sich die Teilnehmenden mit leckeren Sandwiches von den Lucies, bevor es weiter zum zweiten Teil der Großveranstaltung ging. Auf dem Hof veranlasste dann der Seegurkenkönig die Gameshow „Zick Zack Zander“, um die Intelligenz und Weisheit der Meeresbewohner zu testen. Bei Spielen wie „Mein Fisch kann“, „Man bringe mir“, „Fischturm bauen“, „Dinge perfekt zerteilen“ und einigen Schätzfragen konnten sich die Meeresfamilien zusätzlich zu ihren am Vormittag gewonnenen magischen Cornichons weitere Cornichons dazu sammeln. Eine Meeresfamilie konnte dabei den Seegurkenkönig besonders überzeugen: Die Schildkröten konnten sich sowohl mit ihrer Stärke als auch mit ihrer Schlauheit gegen alle anderen Meeresfamilien behaupten und wurden vom Seegurkenkönig zum fähigsten Untertan erklärt. Der Applaus war groß, der König zufrieden und die Schildkröten erhielten als Preis ein Glas voller Cornichons. Nach diesem ganzen Trubel der Großveranstaltung genossen die Teilnehmenden ihre Abendfreiphase wie gewohnt. Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages fand eine Liederabendrunde unter einem schönen, orangegelben Abendhimmel statt. Und dann hieß es wieder: Ab ins Bett!
Tag 4 - 14.07.2026
“Aufsteeeeehen! Aufsteeeeehen! In 30 Minuten ist Morgenrunde!”
So langsam sitzen die Zeiten, auch in der Leiterrunde. Die verschlafenen, gleichermaßen aber beseelten Gesichter sprechen Bände. Der Ameland-“Alltag” ist da und wir stecken mitten drin. Und mit “wir” meine ich die Springer. Wir springen ein, wenn es irgendwo Not am Mann gibt, Hilfe benötigt wird, mal wieder etwas kaputt gegangen ist oder jemand kurzfristig Unterstützung braucht. So ist es auch mit diesem Tagebucheintrag. Er liegt auf der To-Do-Liste irgendwo zwischen Essen austeilen und Türen ölen. In diesem Jahr sind wir zu fünft und wenn jemand Hilfe braucht sind wir zur Stelle, also nutze ich diesen Beitrag kurz, um den Alltag Mal aus unserer Perspektive zu beschreiben. Eine halbe Stunde vor jedem Essen für die Teilnehmenden werden wir plötzlich nervös. “Wer muss heute nochmal beim Essen austeilen helfen?” Damit es beim Essen nicht zu viel Unruhe gibt, wird das Essen an die Tische gebracht, und damit die Helfenden währenddessen nicht hungern müssen, essen wir ‘ne halbe Stunde vorher, zusammen mit den Lucies und der FreiLei in der Küche. Dann heißt es “Sammeln” und essen für den Rest des Lagers. “Guten Appetit” und “Tassen hoch, wenn ihr noch was zu trinken braucht”. “Stellt ihr bitte zusammen” und nur wenig später geht es ins Gruppen-Programm… Aber nicht für uns! Erstmal besprechen was heute noch so ansteht, Aufgaben verteilen und erledigen. Fahrräder sortieren, Material aufräumen, einkaufen, den nächsten Tag vorbereiten. Für den Nachmittag dann nochmal von vorne. Extraaufgabe: Gruppen-Programm am Strand unterstützen, gesicherte Beaufsichtigung zum Schwimmen im Meer. Dann wieder ab ins Lager, dritte Mahlzeit des Tages, Abendfreiphase und dann geht’s auch schon wieder zurück ins Bett. Irgendwo zwischen “Endlich” und “Jetzt schon?” Bis es in wenigen Stunden wieder heißt: “Aufsteeeeehen! Aufsteeeeehen! In 30 Minuten ist Morgenrunde!” Alles in allem Mal wieder ein gelungener Tag und diverse To-Do’s von der Liste erledigt. Wo springen wir wohl morgen herum?
Tag 3 - 13.07.2026
Liebes Tagebuch,
ich hatte heute einen sehr vollen Tag. Zuerst war ich mit ganz vielen anderen Kindern bei Metz, um die Fahrräder für den ganzen Hof abzuholen. Danach sind wir losgelaufen, um den Vormittag am Neeser See zu verbringen. Dort haben wir Super-Klobi gespielt und sind mit dem Floß auf dem Wasserspielplatz gefahren. Zum Mittagessen gab es heute Wraps, die waren richtig lecker. Frisch gestärkt ging es dann am Nachmittag zum Waldspielplatz, wo wir die Gruppe 4 und die Gruppe 7 getroffen haben. Mit denen haben wir alle zusammen Pott ist weg gespielt und danach in unserer Gruppe noch ein paar Runden Werwolf. In einer Runde haben wir es sogar geschafft alle Werwölfe zu finden!
Nach so einem langen Tag war ich dann am Abend sehr erschöpft. Deswegen habe ich mich in der Freiphase in die Raucherecke gesetzt und dort zusammen gesungen. Als Abendrunde haben wir noch eine kleine Zaubershow gesehen, da wurde sogar ein Kind aus einem Hut gezaubert!
Jetzt bin ich aber auch müde und gehe schlafen. Bis morgen liebes Tagebuch!
Tag 2 - 12.07.2026
Guten Morgen Ameland – heute ist Wüstentag! Blauer Himmel und Sonnenschein begrüßte die ersten Frühaufsteher und auch in der Morgenrunde konnte man sich über die warmen Sonnenstrahlen freuen. Miri verteilte kleine Sammelgläser an alle Gruppen und lud ein, besondere Momente des Wüstentages einzufangen, um sie am Abend den anderen Gruppen zu präsentieren. Gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstück und ausgestattet mit Lunchpaketen starten die Gruppen 8-3 in den Wüstentag. Sonnencreme, Kopfbedeckung, Trinkflasche, Fallschirm, Isomatte, Bälle und Spiele wurden eingepackt um einen kunterbunten Tag auf der Insel zu erleben. Während die anderen auf Kennenlern- und Erkundungstour waren, wurde von Gruppe 1 und 2 der Hof eingerichtet. Es gibt nun eine Lichterkette, die am Abend gemütliche Stimmung zaubert, der hofeigene Kiosk steht bereit und wartet auf die ersten Besucher, in der „Raucherecke“ laden Plakate und Wimpelketten zum Verweilen und Musizieren ein. Die Garage ist ausgestattet mit allen Spielen, Büchern und Materialien, die wir aus Hameln mitgebracht haben, Zelte wurden aufgebaut und der Sportplatz eingerichtet, der Hofbriefkasten wartet auf die ersten Liebesbriefe und insgesamt ist es nun wieder UNSER Hof. Das Team auf dem Hof wurde von den Lucies mit einem kleinen Mittagssnack versorgt, denn erst am Abend sollte es warmes Essen für alle geben. Als die Gruppen zurück auf den Hof kamen, gab es ein großes HALLO und die Veränderungen wurden staunend wahrgenommen. Einige schafften es noch schnell zu duschen, um sich dann sauber, das köstliche Essen schmecken zu lassen. Traditionell gab es Nudeln und Stroganoff oder wahlweise Linsenbolognese und zum Nachtisch Fruchtcocktail. Es wurde alles restlos aufgegessen und den Lucies wurden mit lautem Trommeln und schönen Liedern für ihre Kochkünste gedankt. Nachdem dann einige Absprachen und Regeln für unsere Zusammenleben erklärt wurden, durften alle in die erste Abendfreiphase starten, es wurde gespielt, die Jonglagekiste wurde ausprobiert, es wurde mit Kreide auf den Hof gemalt, an der Tischtennisplatte wurde Rundlauf gespielt und auch der Sportplatz war immer in Beschlag. In der Raucherecke kamen die Gitarren zum Einsatz und viele Kinder meldeten sich ab, um der Snackbar gegenüber einen Besuch abzustatten – Softeis und Presspommes gehen immer! Abends wurde es kühler und Jacken wurden übergezogen. Zur Abendrunde wurde es sich auf der Hofmitte mit Teppichfliesen gemütlich gemacht, um den verschiedenen Gruppen zu lauschen und zu erfahren, was den Wüstentag für sie so besonders gemacht hat. Mit dem Lied „Sailing“ und einem gemeinsamen: Gute Nacht!, durften die Kinder und Jugendlichen in ihre Betten krabbeln und dem Vorlesen lauschen. Die Freizeitleitung und Leiterrunde haben dann noch Absprachen für den nächsten Tag getroffen und besondere Momente geteilt oder neue Spiele vorgestellt. Müde, erschöpft aber glücklich ging dieser erste „richtige“ Tag für uns alle zu Ende.
PS: Kurz vor Mitternacht meldete die Smartwatch: ca. 14.850 Schritte und 29 Treppenanstiege.
Tag 1 - 11.07.2026
Es ist Samstag, der 11.07.2026. Wir befinden uns im Ökumenischen Zentrum in Klein Berkel. Die ersten Teilnehmenden und Eltern treffen ein und man merkt es direkt: Heute geht es endlich wieder los!
Nachdem alle ihre Plätze gefunden haben, wird im Reisegottestdienst erst auf die Ferienfreizeit eingestimmt und anschliesend werden wir mit Wünschen, dem irischen Reisesegen und vielen Umarmungen in die Busse verabschiedet. Noch 1-15x die Gruppen durchgezählt, ob auch wirklich alle da sind und schon sind unterwegs. Gute 5 Stunden später (wir haben natürlich zwischendurch noch eine kleine Pause eingelegt): 110 Teilnehmende stehen am Anleger und warten gemeinsam mit den Gruppenleitenden und Lucies (unser grandioses Küchenteam) auf die Fähre. Pünktlich um 14:45 Uhr legen wir ab und nach ca. 30 Minuten ist es endlich in Sicht – Ameland!
Auf der Insel angekommen wird mal wieder 1-15x durchgezählt und gemeinsam zum Hof gelaufen. Dort warten der bereits ausgepackte LKW und die für uns vorsortierten Koffer schon auf uns. Nachdem die Betten verteilt sind, der eigene Koffer gefunden und die Betten bezogen sind, gibt es das erste Abendbrot auf der Insel. Es gibt Brot und Nudel- oder Linsensuppe. Anschließend machen die einzelnen Gruppen noch eine kurze Ortsbegehung, bevor die erste Abendrunde am Strand stattfindet und das ganze Lager ruft: “Hallo Ameland, wir sind wieder da.” Jetzt nur noch wieder auf den Hof und dann geht es nach einem langen Tag ins Bett.
Gute Nacht, ich bin schon gespannt, was uns morgen erwartet. 🙂
Tag 0- 10.07.2026
Liebes Tagebuch,
Ich muss dir was sagen! Ich bin schon ganz ganz dolle aufgeregt!!! Warum, fragst du dich? Na, weil es morgen für mich nach Ameland geht! Meinen Koffer habe ich heute abgegeben, der wird jetzt mit einem großen LKW nach Ameland gebracht. Hoffentlich geht alles gut und mein Koffer kommt gut an. Aber ich denke, das wird schon alles! 🙂 Ich bin übrigens nicht nur aufgeregt, sondern auch schon tierisch gespannt, was mich erwarten wird. Ich habe schon ganz viele tolle Sachen gehört und irgendjemand hat auch etwas von so PressPommes oder so etwas erzählt. Die sollen total lecker sein. Ich bin gespannt und freue mich tierisch. Wir hören uns morgen wieder, vielleicht aber auch erst übermorgen! Sei mir da bitte nicht böse, am ersten Tag ist bestimmt immer extrem viel los. Aber keine Sorge, du wirst von mir hören. Versprochen!
Jetzt gehe ich zickzack schlafen. Es wird zauberhaft! Gute Nacht! 🙂